Kanzlei mursa

Rechtsanwaltkosten

Was kostet eine Beratung beim Rechtsanwalt?

Die Kosten sind grundsätzlich abhängig von Dauer und Umfang der Beratung. Für die sogenannte Erstberatung gibt es darüber hinaus eine gesetzliche Höchstgrenze von 190 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.

Kostet es was, wenn ich nur eine kurze Auskunft am Telefon möchte?

Kein seriöser Rechtsanwalt kann nach einem kurzen Telefongespräch eine juristische Frage beantworten. In den meisten Fällen ist Einsicht in vorhandene Unterlagen und ein ausführliches Gespräch mit dem Mandanten erforderlich, um ein rechtliches Problem klären zu können. Kostenlose Auskünfte sind daher grundsätzlich nicht möglich. Anders ausgedrückt: Ein Arzt kann Ihnen auch nicht sagen, was Ihnen fehlt, wenn er Sie nicht untersucht hat.

Kann die Beratungsgebühr auf andere Gebühren angerechnet werden?

Wenn Sie sich nach der Beratung dafür entscheiden, dass wir für Sie tätig werden dürfen, wird die Beratung nicht separat abgerechnet bzw. wenn die Gebühr schon bezahlt wurde, wird dieser Betrag auf die weiteren Rechtsanwaltskosten angerechnet.

Ich bin rechtsschutzversichert. Muss ich trotzdem mit Rechtsanwaltskosten rechnen?

Wenn für Ihre Angelegenheit Kostenschutz erteilt wurde, werden von der Rechtsschutzversicherung auch sämtliche Kosten, sowohl Rechtsanwalts- als auch Gerichtskosten, gezahlt. Haben Sie aber mit der Versicherung eine Selbstbeteiligung (häufig 150 Euro) vereinbart, dann müssen Sie bis zu diesem Betrag die entstehenden Kosten selbst tragen.

Wer kümmert sich um die Kostenschutzzusage?

Grundsätzlich kann der Versicherte vor dem Besuch beim Rechtsanwalt selbst die Kostenschutz- oder Deckungszusage seiner Rechtsschutzversicherung einholen. Die Versicherungen sind auch verpflichtet, dem Versicherungsnehmer gegenüber die Zusage zu erteilen und dürfen nicht auf den Rechtsanwalt verweisen. Viele Rechtsanwälte bieten aber die Einholung der Deckungszusage als Serviceleistung an. Solange sich hieraus kein umfangreiches Problem entwickelt, ist dies auch bei uns kostenfrei.

Ist eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll?

In vielen Fällen ja. Vor allem im Bereich des Verkehrsrechts sollte man nicht ohne Versicherung in ein Gerichtsverfahren gehen. Bei einem Verkehrsunfall müssen häufig Gutachten eingeholt werden. Der Vorschuss für den Sachverständigen kann mehrere Tausend Euro betragen, die meist der Kläger aufbringen muss. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt auch diese Kosten.

Kann die Rechtsschutzversicherung auch die Deckungszusage ablehnen?

Rechtsschutz besteht nur insoweit, als auch ein Versicherungsvertrag geschlossen wurde.
Einige Rechtsgebiete sind generell nicht in der Rechtsschutzversicherung enthalten. Welche das sind, ist nicht bei allen Versicherungen gleich und ergibt sich aus den jeweiligen Allgemeinem Rechtsschutzbedingungen (ARB).
Familienrechtliche Angelegenheiten sind zum Beispiel grundsätzlich ausgeschlossen. Viele Versicherungen bieten aber an, die Kosten für eine Erstberatung zu übernehmen.
Häufig wird eine Zusage auch aus Kulanz gewährt. Es lohnt sich also, bei der Versicherung mal nachzufragen.

Werden Verteidigergebühren übernommen?

Strafsachen sind in den grundsätzlich ARB ausgeschlossen. Eine Ausnahme besteht aber für Delikte, die fahrlässig begangen wurden (z.B. fahrlässige Körperverletzung)
Wird man wegen einer vorsätzlichen Straftat verurteilt, muss man die Rechtsanwaltskosten selbst tragen.

Ich habe einen Bußgeldbescheid erhalten und soll nun 70 Euro zahlen. Lohnt sich der Weg zum Rechtsanwalt überhaupt?

Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, müssen Sie sich über Kosten keine Gedanken machen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Bescheid nicht rechtmäßig ist, sollten Sie daher immer Ihren Rechtsanwalt aufsuchen. Nach Einsicht in die Bußgeldakten kann Ihnen der Anwalt dann Auskunft geben, ob sich ein gerichtliches Verfahren lohnt oder der Einspruch zurückgenommen werden sollte.

Wie hoch sind überhaupt die Rechtsanwaltskosten?

Die Gebühren sind im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Im Bereich des Zivilrechts richten sich die Kosten nach dem Streitwert, bei einer Forderung ist das der konkrete Betrag, in anderen Fällen, z.B. bei der Kündigung einer Wohnung, gibt es Streitwerttabellen. Auch Dauer oder Umfang der Tätigkeit sind bei der Bezifferung der Kosten zu berücksichtigen.
Im Strafrecht gibt es dagegen sogenannte Rahmengebühren. Es ist eine Unter- und eine Obergrenze festgelegt, innerhalb derer sich der Rechtsanwalt halten muss. Ob sich die Gebühren eher im unteren oder oberen Rahmen bewegen, liegt im Ermessen des Rechtsanwalts, ist aber in der Regel abhängig davon, wie umfangreich die Tätigkeit war.

Kann der Rechtsanwalt einen Vorschuss verlangen?

Gemäß § 9 RVG darf er das. Ob er es tut, liegt in seinem Ermessen und ist meist abhängig von vielen Faktoren, wie zum Beispiel der Dauer des Verfahrens.

Ich habe den Prozess gewonnen. Muss jetzt nicht der Gegner meine Anwaltskosten zahlen?

Ihre Anwaltskosten müssen Sie erst einmal selbst zahlen. Sie haben den Rechtsanwalt beauftragt, demgemäß darf er Ihnen die Rechnung schicken. Wenn Sie einen Prozess gewonnen haben, haben Sie aber in der Regel einen Kostenerstattungsanspruch gegen den Prozessgegner. Diesen Anspruch machen wir unmittelbar nach dem Prozess für Sie geltend. Sollte im Einzelfall der Gegner aber zahlungsunfähig, können Sie möglicherweise Ihren Anspruch nicht durchsetzen.
Im Arbeitsrecht dagegen gibt es im erstinstanzlichen Verfahren generell keine Kostenerstattung. Das bedeutet: Selbst wenn Sie Ihre Klage gewinnen, müssen sie Ihre Rechtsanwaltskosten selbst tragen.
Auch in diesen Fällen ist daher eine Rechtsschutzversicherung sinnvoll.

Ich weiß, dass mein Schuldner gerade pleite ist. Soll ich trotzdem klagen?

Das sollten Sie, wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Forderung verjährt. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt drei Jahre. Haben Sie aber einen „Titel“, z.B. ein Urteil, einen Vollstreckungsbescheid oder einen gerichtlichen Vergleich, verjährt dieser erst in 30 Jahren. Sie können also abwarten, bis der Schuldner wieder zahlungsfähig ist, und dann zur Zahlung auffordern.

Was kann ich tun, wenn ich mir Rechtsanwalts- und Gerichtskosten nicht leisten kann?

Für das vorgerichtliche Verfahren oder eine Beratung können Sie sich bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht einen sogenannten Berechtigungsschein für Beratungshilfe besorgen. Der Rechtsanwalt kann dann direkt mit dem Gericht abrechnen. Für Sie fällt lediglich eine Eigenbeteiligung in Höhe von 10 Euro an.
Im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens können Sie Prozesskostenhilfe beantragen. Meist macht das der Rechtsanwalt für Sie. Für die Bewilligung von Prozesskostenhilfe müssen jedoch nicht nur die wirtschaftlichen Voraussetzungen vorliegen, die Klage oder die Verteidigung gegen eine Klage muss auch hinreichend Aussicht auf Erfolg bieten. Wird die Prozesskostenhilfe (PKH) abgelehnt, müssen Sie die Kosten (auch für den Antrag) selbst tragen.

Kann auch ein Stundensatz vereinbart werden?

Grundsätzlich ist das möglich und viele Rechtsanwälte arbeiten nur auf dieser Basis und verlangen teilweise mehrere Hundert Euro die Stunde.
Wir rechnen grundsätzlich nach den gesetzlichen Gebühren ab. In den meisten Fällen ist dies für eine Privatperson auch kostengünstiger.
Falls Sie aber eine Stundensatzvereinbarung wünschen, dürfen Sie uns selbstverständlich darauf ansprechen.

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